Das Stundenbuch des Bonaparte Ghislieri

Juwel der Renaissance aus Bologna

Eine Kostbarkeit für einen großen Auftraggeber

Die British Library in London verwahrt in ihrer berühmten Handschriftenabteilung ein aufwendiges Stundenbuch, das Bonaparte Ghislieri, Mitglied einer der bedeutendsten Bologneser Familien, im Jahre 1503 zu seinem persönlichen Gebrauch anfertigen ließ.

Die berühmtesten Maler der Bologneser Renaissancekunst vereint in einem Buch

Im Bestreben, eine kleine Anthologie dessen zu schaffen, was die Buchkunst in dieser Zeit zu bieten hatte, gelang es Ghislieri, für sein Stundenbuch einige der berühmtesten Maler der Zeit dafür zu gewinnen, jeweils eine ganzseitige Miniatur beizusteuern. So entfalten sich vor unseren Augen die Arbeiten von Künstlern wie Amico Aspertini in der Anbetung der Hirten, von Perugino, dem Lehrer des berühmten Raffael, im Heiligen Sebastian, oder von Francesco Francia im Heiligen Hieronymus. Es sind allesamt Künstler, deren Tafelbilder heute die großen Sammlungen der Welt schmücken, sei es die Eremitage in St. Petersburg, die Uffizien in Florenz oder das Frankfurter Städel.

Überbordende Ausstattungsfreude

Das Stundenbuch des Bonaparte Ghislieri verbreitet auf 274 Seiten im Format 20,7 × 14,5 cm die ganze Pracht und Ausstattungsfreude der italienischen Renaissance. Die Handschrift wird von einem reich geschmückten Kalender auf 24 Seiten in schwarzer und goldener Schrift eröffnet, den bezaubernde Medaillons mit Darstellungen von Heiligen zieren. Insgesamt wartet das Stundenbuch mit fünf ganzseitigen Miniaturen auf, alle gerahmt von phantasievollen Bordüren. Fünfzehn Schmuckseiten mit großen historisierten Initialen, weiteren Goldinitialen, bunten Zeilenfüllern und einem atemberaubenden Rahmenwerk aus feinst gemalten Früchten, Blumen, Tieren und Goldpollen zeugen von der überbordenden Ausstattungsfreude der Bologneser Meister.

Der Lehrer des großen Raffael

Pietro di Cristoforo Vannucci, genannt Perugino, hat sich mit seinen Werken als einer der ganz großen Künstler der italienischen Renaissance in der Kunstgeschichte verewigt. Zu Lebzeiten galt er als der berühmteste Maler Italiens und selbst Raffael, der später mit der Sixtinischen Madonna weltberühmt wurde, war lange Jahre dessen Schüler. Seine Sebastian-Darstellung im Stundenbuch des Bonaparte Ghislieri ist typisch für die Kunst Peruginos, strahlt das Porträt doch eine ganz besondere Würde aus.




Home ¦ Impressum ¦ Datenschutzbestimmungen ¦ Nutzungsbedingungen

© 2009 Faksimile Verlag